So entsteht ein Spiel



So entsteht ein Haba-Spiel

So entsteht ein Spiel
Ein letzter Test der HABA-Spieleredaktion: Pinguin auf Krokodil, Schaf auf Pinguin, Schlange auf Schaf…
Die Idee des wackeligen Stapelspiels „Tier auf Tier" funktioniert und macht Spaß.


Das tun Spiele-Redakteure fast den ganzen Tag und das ist manchmal richtig harte Arbeit.
Denn selbst ein origineller Einfall muss sich einem harten Auslesewettbewerb stellen.
Aber Erfolg ist nicht an ein Alter gebunden – auch die Idee eines Achtjährigen hat der Spielehersteller HABA schon umgesetzt.

Ungezählte Kinder- und Familienspiele kommen jedes Jahr neu in die Geschäfte, etwa 30 davon stammen von HABA aus dem nordbayerischen Bad Rodach.
Ein besonders erfolgreiches HABA-Spiel ist „Obstgarten", das schon eine Million Mal verkauft wurde. Erfunden hat es vor etwa 20 Jahren eine Kindergärtnerin.

Und auch heute noch senden viele Eltern, Lehrer oder Erzieherinnen ihre Spielvorschläge an HABA, oft mit selbst gebastelten Spielplänen und Zubehör.
Sogar Kinder können mit ihren Ideen Erfolg haben: Das Spiel „Rumpel-Ritter", das im Frühjahr 2004 erschienen ist, hat sich zum Beispiel der damals achtjährige Benjamin ausgedacht.

Tag für Tag landen Spielideen und selbst gebastelte Modelle in der HABA-Spieleredaktion. Einige werden gleich aussortiert, weil sie zu schwierig sind oder weil es sie bereits gibt.
Denn die hundertste Abwandlung von „Mensch ärgere dich nicht" interessiert niemanden und auch ein kompliziertes Regelwerk ist bei Kinder- und Familienspielen nicht gefragt.

Beim Rest der Vorschläge heißt es für die Redakteure: spielen, spielen, spielen, weiter auswählen, verbessern und viel ausprobieren: Macht das Spiel zu zweit und zu viert gleich viel Spaß, wie viele Augen sollte der Würfel haben,welche Regeln machen Sinn ?


So sah der erste Entwurf von „Passt genau" aus. Im fertigen Spiel geht es nicht mehr um Tiere,
sondern um Petra Parkwächter und die Falschparker.

Test im Kindergarten: Die schärfsten Kritiker sind die Kinder


Nun werden die Spiele von den schärfsten Kritikern getestet: den Kindern. HABA geht dazu in verschiedene Kindergärten. Die Erzieherinnen füllen einen Testbogen aus, welche Spiele den Kindern besonders gefallen und ab welchem Alter sie geeignet sind. Daraus ergibt sich später die Altersangabe auf der Verpackung.

Nach Auswertung dieser Ergebnisse fällt dann der Würfel, welche Spiele veröffentlicht werden. Nun fehlt noch ein passendes Thema, zum Beispiel „Zwerge", „Ritter"oder „Affen" und natürlich ein spannender neuer Titel, den es noch nicht gibt.

Seine unverwechselbare Optik erhält das Spiel durch den ausgewählten Illustrator. Er gestaltet das Titelbild auf derVerpackung, den Spielplan und die Spielkarten. Die Illustratoren zeichnen neben Spielen oft auch Bilder- undKinderbücher und manche auch Zeichentrickfilme. Dann erst sind die HABA-Designer am Zug: Sie entwerfen die Spielfiguren, per Hand und am Computer.

Alle Teile aus Holz werden direkt bei HABA in Bad Rodach gefertigt.


Aus langen Holzstäben fräsen Maschinen die Kontur der Spielfigur heraus.
Aber noch ist kaum zu erkennen, in welchem Spiel diese Teile einmal mit spielen werden.

„In Scheiben geschnitten" verwandeln sich die Frästeile schon fast in Spielzubehör.
Als nächste Stationen warten Färben und Prägen, wo die Figuren ihr fertiges Aussehen bekommen.


Die Spielfiguren sind oft Frästeile. Das heißt: Aus einem langen Holzstab wird die Kontur der Figur herausgefräst und wie dicke „Salamischeiben" abgeschnitten. Nach dem Färben werden all die Ritter,Gespenster, Könige, Detektive noch geprägt und bekommen so ihr Gesicht. Wenn die ersten Muster der Spielefertig sind, werden sie wie alle anderen HABA-Produkte für den Katalog im hauseigenen Fotostudio fotografiert.In Models verwandeln sich dabei die Kinder aus den umliegenden Kindergärten. Bevor aus Würfeln, Figuren und anderem Zubehör ein komplettes Spiel wird, prüft die Qualitätssicherung, ob die Teile in Ordnung sind und allen Anforderungen entsprechen.

Text: Kareen Klippert